Die Entstehung der Sozialversicherung

Mit der industriellen Revolution und der damit einhergehenden Veränderung der Arbeitswelt, bedurfte es auch völlig neuer Sicherungssysteme für die Bevölkerung. Denn sorgten sich vormals Familienmitglieder um alte und kranke Menschen, führte die wachsende Mobilität aber auch die erhöhte Unfallgefahr bei der Arbeit mit Maschinen dazu, dass längst nicht jeder Bedürftige ausreichend abgesichert war. So entstanden die ersten Versorgungswerke.

Ursprünge der Sozialversicherung

Bevor es erste staatliche Regelungen zur Sozialversicherung gab, organisierten sich Arbeiter und Handwerker gemeinschaftlich zur Fürsorge für diejenigen unter ihnen, die aufgrund von Krankheit oder Alter nicht mehr arbeiten konnten, sowie für die Familien, falls etwa ein Arbeiter infolge eines Unfalls verstarb. Auch einzelne Arbeitgeber unterstützten ihre Beschäftigten durch verschiedene Vorsorgeleistungen.

Die ersten umfassenden Bemühungen Arbeiter abzusichern, stammen allerdings aus Preußen. Dort wurde 1813 die Gründung von Krankenkassen für Arbeiter genehmigt. Das entsprechende Gesetz sah dabei sogar schon erste Grundzüge einer Versicherungspflicht vor. Im Laufe der Zeit wurde der Versicherungsschutz für die Arbeiter erweitert. So umfasste die soziale Absicherung im Kaiserreich bereits 1881 eine finanzielle Unterstützung bei Krankheit, Alter, Unfall sowie Invalidität.

Leistungen und Beiträge der Sozialversicherung

In den 1880er Jahren kannte das Sozialversicherungssystem des Kaiserreichs dabei weitere Leistungen, die auch heute noch grundlegend für die finanzielle Absicherung der Bevölkerung sind. Dazu gehören etwa die Erstattung von Behandlungskosten sowie Medikamenten, die Unterbringung in einem Krankenhaus, das Krankengeld, das Sterbegeld zur Finanzierung von Bestattungskosten sowie die finanzielle Unterstützung von Wöchnerinnen. Die Beiträge zu der Krankenversicherung wurden bereits damals anteilig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Die Arbeiter zahlten anfänglich zwei Drittel des Beitrags, die Arbeitgeber den Rest.

Ständige Weiterentwicklung der Sozialversicherung

Nach und nach verbesserten neue Gesetze und Regelungen dabei das soziale Sicherheitsnetz. 1911 wurde beispielsweise die Hinterbliebenenrente eingeführt, zudem wurden inzwischen auch Angestellte versichert. Doch die Deutsche Sozialversicherung musste im Laufe der Zeit auch Rückschläge verkraften. So wurden durch die Inflation in den 1920er Jahren die finanziellen Reserven der Rentenversicherung und damit die Altersvorsorge von Millionen Versicherten vernichtet. Jedoch wurde das System wieder aufgebaut und die Sozialversicherung um weitere Säulen, wie die Arbeitslosenversicherung, ergänzt.